Fachweiterbildung (Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung)

Bericht einer Teilnehmerin

 

Hallo, ich heiße Martina. Ich bin seit Juli 2011 im Unternehmen Camelot tätig. 2012 abslovierte ich eine Fachweiterbildung zur 'Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung', die in Kooperation mit dem Bildungszentrum St. Hildegard in Osnabrück vom Unternehmen Camelot angeboten wurde. Die Kursteilnehmer waren Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpfleger (-innen) sowie Altenpfleger (-innen) von Camelot. Die Leitung des Kurses übernahm Herr Ansgar Rotert, der im ganzen Kurszeitraum mit Fr. Schwarz Ansprechpartner für alle Teilnehmer war. Die Weiterbildung umfasste den Zeitraum von Juni bis November.

 

Im Juni begann der Kurs mit drei von insgesamt acht Schultagen (insgesamt 64 Unterrichtsstunden). Den Schultagen wurden verschiedene Themen zugeordnet. Zusammenfassend wurden folgende Themen umfassend behandelt: Anatomie der Atmung, Beatmung (und -Formen) mit Vorstellung verschiedener Respiratoren und Behandlung verschiedener Erkrankungen insbesondere COPD, Atemwegsmanagement (Tracheotomie, Kanülenmanagement), Sauerstoffapplikation, Sekretmanagement (Sekretolyse), Befeuchtungsmanagement (Befeuchtersysteme), Inhalationen, Ernährungsmanagement (Künstl. Ernährung, Dysphagie, Schlucktraining), Notfallmanagement (nicht med. Notfälle vorgestellt durch die Dozentin Fr. Schwarz, Praxisanleiterin von Camelot, CPR), Psychosoziale Betreuung und Rechtskunde (MPG, Patientenverfügung).

 

Verschiedene Dozenten wurden eingeladen mitunter eine 'Heinen und Löwenstein' Mitarbeiterin, die praktischerweise verschiedene Respiratoren vorstellte und diese zur umfangreichen Übung und Benutzung zur Verfügung stellte. Dies war für alle Teilnehmer besonders interessant, denn so konnte ein besserer Bezug zu den bis dahin erlernten Inhalten hergestellt werden. Mal an allen Einstellparametern drehen, Compliance und Resistance an einer künstlichen Lunge verändern und feststellen was anschließend passiert, war sehr interessant. Zudem wurden Schweinelungen zur Verfügung gestellt, die beatmet werden durften, so konnten wir testen, wie sich bestimmte Veränderungen der Beatmungseinstellungen auf die Lunge auswirken. Eine schriftliche Leistungsüberprüfung der erlernten Inhalte war ebenso Inhalt des Kurses. Dies stellte für einige ein Lob für die erlernten Inhalte dar und für andere ein Motivationsschub eventuell noch mehr Fragen zu stellen, um Inhalte besser vertiefen und verstehen zu können. Ein weiterer Bestandteil des Kurses waren zwei Praktika mit je 40 Stunden. Eines wurde im eigenen Unternehmen absolviert und beinhaltete eine Praxisanleitung durch Fr. Schwarz und eine Praxisbegleitung (Besuch bei dem Kunden) durch Hr. Rotert. Hierzu musste eine themenbezogene schriftliche Ausarbeitung vorbereitet werden. Zudem durfte jeder eine Woche das Beatmungs- und Weaningzentrum in Ostercappeln besuchen, bei dem ein Praktikumstagebuch geführt wurde. Das stellte im Rückblick auf die Meinungen der Teilnehmer das Highlight des Kurses dar. Wir durften viele Abteilungen besuchen, wie OP, Lungenfunktion, Bronchoskopie, Physiotherapie und viel Zeit auf der Intensivstation, der Beatmungs- und Weaningabteilung verbringen.

 

Uns wurde die Möglichkeit gegeben, die theoretischen Inhalte mit dem Praxisbezug zu verknüpfen und wir konnten uns in alle Abläufe miteinbringen sowie umfassend Fragen stellen, die uns immer und mit viel Geduld beantwortet wurden. Alle Teilnehmer sind dort nett aufgenommen worden und haben sich unter der Begleitung eines für uns zuständigen Mitarbeiters und Beatmungstherapeuten sehr gut aufgehoben und aufgenommen gefühlt. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir der Kurs viel Spass gemacht hat und mich in meinen fachlichen, beruflichen und persönlichen Kompetenzen sehr bereichert hat. Dadurch, dass alle Teilnehmer Kollegen aus dem eigenen Unternehmen waren, kannte man sich mehr oder weniger untereinander und hat sich auch im Kurs besser kennengelernt. Der Dozent Hr. Rotert nahm sich immer ausreichend Zeit, uns alle Inhalte verständlich zu erklären und ging auf spezielle Fragen umfassend ein. Ich persönlich, als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, konnte einen guten Bezug zu meiner praktischen Arbeit herstellen und auch während des Kurses einige Informationen ergänzen und vertiefen, in Bezug auf die Arbeit und Pflege bei und mit Kindern. Ergänzend muss ich aber auch sagen, dass weitesgehend alle Inhalte auf die Arbeit bei Erwachsenen ausgelegt waren. Dieser Kurs zur 'Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung' habe ich erfolgreich abgeschlossen und kann diesen all meinen Kollegen für ihre berufliche Weiterbildung nur empfehlen.

 

Natürlich wird von jedem viel erwartet, inbesondere die Eingenintiative, aber es wird auch vieles dafür geboten. Jedem Teilnehmer wird hierdurch die Chance gegeben, sein Wissen besonders auf dem großen Gebiet der Beatmung neue und aktuelle Inhalte zu erlernen, aufzufrischen, zu vertiefen und am Ende mit einer weiteren Qualifikation den Kurs abzuschließen. Martina Wedde