Frau Tepe

Mein Leben mit der Trachealkanüle: Vor zwei Jahren hatte sie sich fast aufgegeben.. Heute kann. Frau Tepe wieder lächeln. Hier erzählt sie von ihrer Erkrankung, ihrem Genesungsweg und ihrer Erfahrung, dass man auch mit Trachealkanüle und Beatmung ein lebenswertes Leben führen kann. Ich litt schon längere Zeit an COPD.

 

Im Jahre 1995, nach einer Lungenentzündung wurde ich tracheotomiert für längere Zeit beatmet. Nach einer Genesungsphase konnte ich schließlich wieder selbständig atmen. Das Tracheostoma wurde wieder zurückverlegt. Im Frühjahr 2011 musste ich wieder wegen einer Lungenentzündung beatmet werden. Es war so schwer, dass die Ärzte mir kaum Chancen gaben.. Aber die Lungenentzündung heilte aus. Allerdings blieb das Tracheostoma. Damit musste ich jetzt leben. Mein ständiger Begleiter war jetzt die Beatmungsmaschine. Auch der Aufenthalt in einer Lungenspezialklinik änderte daran nichts. Ich kam dann in ein Pflegeheim mit Dauerbeatmungsplätzen. Es ging mir nicht gut, ich hatte viele Ängste. Das Personal war zwar nett, hatte aber zu wenig Zeit mich zu fördern. Ich hatte das Gefühl, ich werde schwächer und unselbständiger.

 

Meine Tochter bemühte sich in der Zeit um eine häusliche Pflege. Sie hatte die Fa. Camelot aus Wallenhorst kennengelernt. Nach einigen Monaten war ein Pflegeteam zusammengestellt und ich durfte nach Hause! Die Kraniche flogen über das Haus. Das war ein gutes Gefühl.Es war ein sonniger Tag im Oktober 2011 als ich hier ankam.. Ich hatte ein Gefühl, alles wird wieder gut. Das ganze Pflegeteam und die Leitung stellten sich vor. Es war eine Pflege rund um die Uhr. Zu Anfang konnte ich nichts, war auf das Bett angewiesen. Ich wurde im Bett gewaschen. Zu den Mahlzeiten wurde ich im Rollstuhl an den Esstisch gefahren.. Danach bin ich wieder ins Bett gegangen, weil meine Kräfte nicht reichten.

 

Nach einiger Zeit und Übung habe ich mich selbständig an der Bettkante gewaschen und angezogen. Ich konnte bald längere Zeit im Rollstuhl sitzen. Das Pflegepersonal war sehr bemüht mich zu aktivieren und meine Selbständigkeit zu fördern, sei es mit gymnastischen Übungen oder Gedächtnisspielen. Ich lernte mit dem Gehwagen durch die Wohnung zu gehen. Ein persönlicher Erfolg war der selbständige Gang zur Toilette! Über jeden noch so kleinen Erfolg haben wir uns gefreut. Im Dezember 2011 habe ich mit einem Pfleger für meine Tochter zum Geburtstag einen Kuchen gebacken und eine Lebenskerze gebastelt. So nach und nach begann ich kleine Hausarbeiten,, Gemüse putzen, Wäsche zusammen legen zu verrichten. Ich war ganz besonders stolz, als ich zum ersten Mal die Treppe rauf und runter gegangen bin. Das gesamte Pflegepersonal war stolz.

 

Ich denke noch gerne an die gemeinsame Weihnachtsfeier, die wir hier gemacht haben mit viel Spaß und Freude. So nach und nach konnten mehrere Beruhigungstabletten abgesetzt werden. Dadurch war ich nicht mehr so geistig träge. Das war gut für meine Selbständigkeit.. Meine nächste Aktivität war ein Ausflug mit dem Rollstuhl zum Friedhof. Ich hatte das Grab meines Mannes schon lange nicht mehr besuchen können. Es war ein herrliches Gefühl wieder draußen in der Natur zu sein.

 

Im Jahre 2013 habe ich meinen 70. Geburtstag mit vielen Gästen gefeiert, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Mein Pflegeteam hatte viele schöne Überraschungen für mich parat. Ich habe etwas später zum Essen in eine mir bekannte Gaststätte eingeladen. Es war ein schönes Gefühl , wieder richtig am Leben teilnehmen zu können. Im Sommer bekam ich einen E-Rollstuhl. So war ich draußen noch beweglicher. Ich konnte im Supermarkt zum Einkaufen fahren, das war ein erhabenes Gefühl. Es folgten Familienfeiern und Verwandtenbesuche an denen ich jetzt teilnehmen konnte. Wenn ich zurückschaue habe ich in den 2 Jahren hier zu Hause einen großen Fortschritt gemacht. Mein Lebenswille ist wiedergekehrt. Das habe ich meinem supernetten und kompetenten Pflegeteam zu verdanken, Ein besonderer Dank an meine Tochter, die mir diesen guten Pflegedienst besorgt hat. Herzlichen Dank!