Für "Ärzte ohne Grenzen" im Süd Sudan

Am 17. Juni dieses Jahres hielt Ute Betke in unserem Büro in Wallenhorst einen beeindruckenden und bewegenden Vortrag über ihren Einsatz  für „Ärzte ohne Grenzen“ im Jahre 2009 im Süd Sudan.

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„Ärzte ohne Grenzen“ ist eine unabhängige Organisation, die sich ausschließlich über Spenden finanziert.

 

Ute Betke war mit ihrem Team stationiert in der Stadt Abyei, in einem kleinen Seitenlager. Das Hauptlager Agok,  mit Krankenstation und Ernährungszentrum, lag 1 Std. südlich von ihr entfernt. Mit einer mobilen Klinik fuhr sie mit ihrem Team zur Versorgung täglich in die  entlegensten Dörfer. Vorrangige Aufgabe dieses Teams war es, sich um unter-und mangelerernährte Kinder unter 5 Jahre  zu kümmern, d.h. sie nicht nur medizinisch zu betreuen, sondern sie auch mit Nahrung zu versorgen und wieder „aufzupäppeln“.  Aber es wurden natürlich alle Kranken dort behandelt, die um Hilfe baten. Ute Betke war dort Teamleiterin, ihr Team bestand aus 9 Personen, d.h. sie war allen gegenüber – auch den Ärzten – weisungsbefugt. Ferner kümmerte sie sich um die Medikamentenbestellung und –Verwaltung sowie um alle notwendigen Materialien für die medizinische Versorgung. Hauptsächlich ist internationales Personal zuständig für die Supervision und die Ausbildung der lokalen/regionalen Mitarbeiter.

 

Anhand von Fotos veranschaulichte Ute Betke, wie unsäglich die Lebensumstände dort sind und  in welchem katastrophalen Zustand sich die Infrastruktur befindet – Gegebenheiten, die für uns kaum vorstellbar sind.  

 

Um dort den Menschen optimal helfen zu können,  waren nicht nur medizinische Fachkenntnisse, sondern auch organisatorische und logistische Meisterleistungen erforderlich.

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So brauchte man z.B. IT-Spezialisten, Logistiker und Dolmetscher, die teilweise Einheimische waren.  Auch war sichergestellt, dass es Personal gab, das fürs Waschen und Kochen zuständig war; denn die Mitarbeiter von „Ärzte ohne Grenzen“ waren sechs Tage die Woche im Einsatz, und einen  Acht-Stunden-Tag gab es dort natürlich auch nicht. Ein besonderer Schwierigkeitsgrad war es zudem, sich auf die verschiedenen Religionen  (Christentum und Islam) einzustellen. Gefahr drohte auch durch Kriegshandlungen rivalisierender  Gruppen, so dass es passieren konnte, dass die Krankenstation in Windeseile evakuiert werden musste.

 

Auch die Begegnung mit gefährlichen Tieren (Schlangen, Skorpionen, Spinnen)  war nicht ungewöhnlich. Alles in allem war das eine Erfahrung, die Ute Betke nicht missen möchte und die ihr Leben auf eine ganz besondere Weise bereichert hat.

 

Wir bedanken uns für diesen beeindruckenden Vortrag !